Schlacht bei Laupen 1939

Karte um 1315
Um diese Zeit war das Haus Habsburg (Violet) noch die dominierend herrschenden im deutsch sprechenden Teil der Ur-Schweiz, aber aus Nachfolger Problemen zerstritten. In der Folge sich die Innerschweizer bereits durch einen Bund selbständig gemacht hatten. Bern als Reichsstadt war noch umzingelt von den Ambitionen der Habsburger und suchte durch die Einbürgerung von Ausburgern Territoriale Vorteile zu gewinnen.
Quelle: Historischer Atlas der Schweiz 
Kupferstich für die 475 Jahr Schlachtfeier von 1814
(Original im Stadtarchiv Bern)
​​​​​​​Diese Gedenkfeier ist dem Bemühen der Schweizer National Staatsdbildung anzurechnen, die nach dem Abzug der französischen Besatzungsarmee dringlich war und schliesslich die Geburt der Schweiz möglich machte. Beschlossen am Wiener Kongress von 1814-15. 
Die angegebenen Oertlichkeiten der Schlachthandlungen sind teils fraglich und müssen nicht stimmen. Bis jetzt fand man den Schlachtort nicht, muss aber unmittelbar bei der Kapelle sein, wo ein Gräberfeld vermutet wird.
Ausgangslage zur Schlacht: Das zunehmend souveräne und starke Bern hatte sich seine Opposition mit der Verweigerung der Huldigung König Ludwigs, mit Territorialgewinnen gegen Freiburg und des westschweizer Adels zugezogen. Ein Vermittlungsversuch am 15.4.1338 in der Kirche Neuenegg blieb erfolglos. Nach einem gescheiterten Berner Ueberfall auf Aarberg, besetzte Bern daraufhin Stadt und Burg Laupen.
Freiburg antwortete mit der Belagerung von Laupen ab dem 10. Juni 1339. Eine Armee von Tausenden war aufmarschiert und lagerten auf dem Wydenfeld. Eine breite Koalition war versammelt, um das unbeliebte Bern auf dem Feld zu schlagen und dann die Statd Bern anzugreifen. Bern war schokiert und erkannte den Ernst der Lage sofort. In seiner Existenz bedroht, löste Bern die Beistandspflicht seiner Verbündeten aus, der Innerschweizer und Solothurner. Es gelang die beachtliche Leistung, innert 10 Tagen eine schlagkräftige Armee vor Ort bereitzumachen. Ohne gut organisierte Alarmorganisation unmöglich. 
General Rudolf von Erach versammelte am Vorabend der Schlacht die ankommenden Männer in der Wangersmatt im Forst. Derweil sich die Freiburger im Wydenfeld auf die Schlacht vorbereiteten. Nach vorsichtigen Schätzungen sollen die Heere um die 6000 Mann auf beiden Seiten gezähltt haben. 

Das Schlachtfeld am 21. Juni 1339
Die mündlichen Ueberlieferungen des Geschehens haben sich im Verlauf der Zeit dermassen marginalisiert, dass fast nichts mehr vorhanden ist oder auch stimmen kann. Anhand des Geländes und der Oertlichkeiten versuche ich einige Schlüsse zu ziehen. Die Gegner, die nur auf das Aufmarschieren der Berner warteten, nutzten die gut zu haltende Anhöhe bei Wyden für ihr Heerlager (Braun). Sie hatten sich eine äusserst gute Ausgangslage für die kommende Schlacht ausgesucht, bei der die vorgelagerte Ebene von etwa 400x400m höchst geeignet war. Genügend Platz um Reiterei und Fussoldaten breit aufzustellen (Rot) um dann die anstürmenden Feinde niederzumetzeln. Diese Darstellung ist frei erfunden.
Für das Vorgehen der Berner gibt es einige Anhaltspunkte und soll sich folgend abgespielt haben: Im Forst vorerst versteckt, seien die Berner beim Angriff auf die Feinde den Abhang hinab losgestürmt sein (Blau). Dabei sollen mitgetragene und geworfene Feldsteine die feindliche Reiterei in Panik versetzt haben. Mit diesem Steinhagel muss es den Angreifern gelungen sein, in die feindlichen Linien einzudringen und auseinander zu treiben. Die Rede ist auch von mit Sensen bestückten Streitwagen und taktischen Rückzügen der Berner, die erneut den Geländevorteil aus dem Forst heraus gesucht haben könnten.
Der Ausgang ist Geschichte: beim andauernden Gemetzel flüchtet der Feind auf alle Seiten und verzieht sich. Laupen ist wieder frei. Die Höhe des Blutzolls ist nicht bekannt, jedoch impliziert der flüchtende Feind eine kurze Schlachtdauer mit einigen Dutzend Toten. Eine kleine Gedenk- und Schlachtkapelle stand am roten Punkt und ist dann im Zuge der Reformation wieder abgebrochen worden. Der Standort legt ein Gräberfeld und zugleich den Schlachtort nahe.
In Abweichung des obigen Kupferstichs habe ich den südöstlichen Forstrand (Grün) anders gelegt. Dies in Anlehnung an den Forst-Zehnden Plan des Haus Köniz von 1735 (siehe Bramberg Kelten und Römer). Dadurch ist das Aufmarschgebiet der Berner mit dem Geländevorteil zu erkennen.
In der Schlachtumgebung soll in der Neuzeit beim Fällen einer hohlen Linde, ein skelettierter Körper noch in seinem Harnisch gewesen sein...

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Ein Nachdenkmal
Auf der nordöstlichen Anhöhe über Bramberg thront das Schlachtdenkmal aus Tuffstein von 1829. Es erinnert an eine für die Schweizer Geschichte entscheidendes Ereignis, dessen Tragweite unbewusst geblieben ist. Wäre der Schlachtverlauf zu Ungunsten der Berner und ihren Verbündeten ausgegangen, die Stadt Bern ebenfalls gefallen wäre, dann gäbe es die heutige Schweiz möglicherweise gar nicht! Eine für die Entstehung der Schweiz verkannte Tatsache und kein Mythos wie etwa der Rürlischwur!
Ein lohnendes Ausflugsziel mit prächtiger Aussicht auf die Jurakette bis zu den Voralpen. Sie erreichen es zu Fuss oder mit dem Velo. Ebenfalls sehr interessant ist der Besuch auf dem Chutze. Es hat hier ein Alpenpanorama, eine schattige Linde und Sitzgelegenheiten...